Erstmals wird Groschwitz in einem Stadtilmer Klosterbrief 1334 erwähnt, es heißt dort "in Villa Groyzwitz" bewohnt von 3 Zins-schuldnern des Klosters Ilm.
Um 1381 ist der Name des Dorfes in "Kroswitz" verändert, 1411 heißt es dann "Kraschzwicz".
Der Schreibweise nach zu urteilen, handelt es sich um eine slawische Siedlung, in der, durch Funde von Keramik und Eisengeräten des 13. Jahrhunderts bestätigt, zu jener Zeit noch Bauern wohnten.
Das Erbbuch von Bad Blankenburg von 1512 erwähnte 11 Familien in Groschwitz, was jedoch nicht die Existenz des Dorfes beweist, es wird vielmehr davon ausgegangen, dass die Personen in Nachbarorten gewohnt haben. Stattdessen wird vermutet, dass das Bauerndorf schon gegen Ende des 15. Jahrhunderts verlassen und an seiner Stelle ein Vorwerk mit Schäferei eingerichtet worden sei. Betrachtet man die Zinsen, Pachten und andere Abgaben, die an das Amt Blankenburg zu zahlen waren, so fällt auf, dass es sich grundsätzlich nur um Hafer oder Geld handelte, ein Beweis dafür, dass in früheren Zeiten dort oben die Schafzucht intensiv betrieben, jedoch der Anbau von anspruchsvollen Feldfrüchten nicht möglich war.
1612 wurden im Vorwerk 3 Stiere, 2 Reitochsen, 7 Kühe, 4 Kälber, 195 Hammel, 166 alte Schafe, 119 Jährlinge, 10 Schweine und 15 Hühner gehalten.
Erst 1768/74 wird Groschwitz wieder erwähnt, als herrschaftliches Kammergut im Amt Rudolstadt, mit einem Pachtgeld von 367 Rthlr. Im Jahr 1787 bestand Groschwitz lediglich aus einem Wohnhaus und hatte 8 Einwohner.
Das Handbuch, 27. Kap., "untergegangene schwarzburgische Dörfer" sagt: "war vorher ein Dorf, jetzt ist nur ein Kammergut daselbst."
Bis 1828 gehörte Groschwitz zum Amt Bad Blankenburg. Mit Trennung der Ämter am 01.01.1829 wird es mit Lichtstedt zum Amt Rudolstadt geschlagen.
Aus dem Jahr 1863 stammt die folgende Notiz: "Groschwitz ist ein fürstliches Gut. Eine viertel Stunde nordwärts Lichtstedt, 1416 Fuß(=400m) übern Meer, auf einer kahlen Muschelkalkhöhe gelegen, höchster Wohnsitz im Amt und darum weit sichtbar. Die Wohngebäude und Ställe sind größtenteils neu und im Bahnhof-Stil erbaut.
Das Gut umfasst 259 Acker (=85ha) Feld, 8 Acker (=2,6ha) Wiese und 69 Acker (=17ha) Leite. Viehbestand: 4 Pferde, 2 Ochsen, 1 Bulle, 12 Kühe, 3 Stück Jungvieh, 375 Schafe, 12 Schweine und 26 Gänse. Die Feldarbeit wird größtenteils durch Insassen des Landesarbeitshauses verrichtet.
Ehemals ein Dorf, dessen Bewohner nach einem Brande in die Nachbarorte zogen.
Aus dem Jahre 1881 datiert eine weitere Nachricht, dass der Grundbesitzer das Fürstliche Kammergut sei und diese Domäne 88 ha umfasse.
Der Gutsvorsteher ist der Domänenpächter Rudolstadt-Saalfeld und der Gutsbezirk gehört zum Amtsgerichtbezirk Rudolstadt.
So blieb es bis zum Kriegsende des 1. Weltkrieges. Nach 1918 wird das fürstliche Eigentum Staatseigentum. Besitzer von Groschwitz ist jetzt das Land Thüringen. Auf dem Gut ziehen neue Pächter ein, die den Hof bis 1949 bewirtschafteten.


Im Jahr 1922 weist das Gut 29 ha Land auf, davon 24 ha Acker, 3 ha Wiese und 2 ha Unland. An Großvieh waren vorhanden: 3 Pferde, 12 Stück Rindvieh und 5 Schweine.
Die geringere Größe von 29 ha rührte wahrscheinlich daher, dass große Teile der Flur Groschwitz inzwischen Exerzierplatz der Rudolstädter Garnison geworden waren. Sukzessive wurden diese Teile wieder urbar gemacht und bei der Übergabe 1949 an die Vereinigung volkseigener Güter betrug die landwirtschaftliche Nutzfläche 61,82 ha.
Bis 1953 wurde Sie auf 87,89 ha erweitert. Die Flächenverhältnisse sind durch Übernahme und Abgabe von Flurteilen dauernden Schwankungen unterworfen. Wir können von einer durchschnittlichen Größe von etwa 80 ha in den letzten 150 Jahren sprechen.
Der Boden besteht aus verschiedenen Muschelkalkarten.
Bodenuntersuchungen ergaben, dass rund 93% der Gesamtfläche des Ackerlandes schwerer und schwerster Boden sind, so dass die Feldarbeiten einen erhöhten Arbeitsaufwand forderten.
Von Vorteil für die Bearbeitung der Felder in Groschwitz ist der Umstand, dass sie meist in einer Entfernung bis etwa 500 m um das Gut liegen.
Das relativ raue Klima - das Jahresmittel beträgt ca. 6,7 C° eignet sich gut zur Aufzucht von Rindern und Schweinen. So wurde dort intensive Schweinezucht betrieben, 1960 fassten die Ställe ca. 500 Tiere.
Am Gebäudekomplex wurden durch Vereinigung volkseigener Güter, später durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft erhebliche Um- und Erweiterungsbauten vorgenommen.
Noch nach dem Erwerb von der Treuhand durch die Agrargenossenschaft Königsee drohte ein teilweiser Abriß von Schaf- Kuh- und Schweinestall, weil Architekten nicht recht an die Sanierung der Gebäude mit ihren Feldsteinmauern und Kreuzgewölben glauben mochten. Einen "Studentischen Ideenwettbewerb" gab es mit 23 Teilnehmern. Manches floß in die Planung ein.
So blieb zum Glück der Hof in seiner ursprünglichen Anlage erhalten.

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